SPIRIT - das neue Album

Das 14. Studioalbum von Depeche Mode.

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Der Spotify-Effekt: Digitale Musikverkäufe erstmals rückläufig

    • knutistgut schrieb:

      NovaFutures schrieb:

      Verteilung von wenig bleibt halt auch wenig.... 10 EUR im Monat für einen rieisigen Musikkatalog find ich halt einfach zu wenig. Da bezahlst du für eine Kino-Karte mehr....
      Gutes Beispiel mit der Kinokarte. Wer geht den heute noch so regelmäßig ins Kino wie vor 20-30 Jahren? Ich gehe im Jahr wenns hoch kommt 1-2 mal in die Lichtspielhäuser. Wenn überhaupt. Früher waren die Sääle immer voll heute sitzt man teilweise mit 10-20 Leuten in der Vorstellung.Auch diese Branche hat gegen immer bessere Ausstattungen in den privaten Wohnzimmern, Streaming und Raubkopiererrei zu kämpfen.

      In Polen z.B. soll es für Kinos auch Flatrates geben. Man bezahlt Monatlich und kann sich anschauen was man möchte. Das mag auf den einzelnen Film gerechnet auch recht wenig sein aber wenig ist besser als garnichts und genau so ist das meiner Ansicht nach für Musik auch.

      Klar ist der Preis für einen einzelnen Song gerechnet ein Witz aber wie ich schon oben sagte reche mal runter wieviel du für z.B. die Violator bezahlt hast und teile das durch die Anzahl wieoft du die einzelnen Songs in deinem Leben schon gehört hast. Auch da Musik immer mehr nur nebenbei konsumiert wird und immer seltener bewußt zu einem Glas Wein und in völliger Entspannung, kannst du auch keine deutlich höheren Preise verlangen. 100€ Pro Monat wären vermutlich angemessen würde aber niemand bezahlen, denn wieviel von dem riesigen Musikkatalog der jeweiligen Anbieter hörst du dir denn überhaupt an. Das wird alleine Zeittechnisch vermitlich weniger als im unteren Promillebereich sein.
      Ne, der Vergleich mit dem Kino hinkt doch ganz schön stark. Die Besucherzahlen sind recht konstant und gehen bei weitem nicht so dramatisch nach unten wie beim Musikkonsum (siehe de.statista.com/statistik/date…in-deutschland-seit-1993/). Das Event des Kinogangs ist für viele scheinbar nicht durch das Heimkino zu ersetzen.

      Übrigens: Auch die Kinoflat gibt es in Deutschland. Also in dem Thema hättet du vor dem Posten erstmal recherchieren sollen. ;)

      Dein Beispiel mit dem "Violator"-Song sehe ich auch nicht als beispielhaft. Es gibt halt immer Songs, die man häufig hört und viele, viele andere, die, trotz käuflichen Erwerbs, nur wenig gehört werden. Du hast recht, die Wertschätzung der Musik ist verlorengegangen. Aber ob das als Rechtfertigung für den Preisverfall für Musik dienen darf?

      Man kommt vermutlich kaum um das Anbieten einer Musikflatrate herum, aber eigentlich steht dies im völligen Widerspruch zur Intention hinter der Musik, weil die Persönlichkeit und der Wert und somit die Wertschätzung deselben völlig den Bach runtergeht, weil es mehr um Konsum als um Kunst geht. Qualität wird dann quasi zur Nische, sowohl für den Musikschaffenden als auch den Rezipenten.
    • knutistgut schrieb:

      Auch diese Branche hat gegen immer bessere Ausstattungen in den privaten Wohnzimmern, Streaming und Raubkopiererrei zu kämpfen.
      Und vermutlich auch damit, dass die Kinogänger von damals heute Familie haben und eher nicht mehr dazu kommen, ins Kino zu gehen. Mit Kindern wird eben aus 20 Kinobesuchen im Jahr, schnell mal einer pro Jahr.
      Spoiler anzeigen

      Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
      es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.
      Johann Wolfgang von Goethe - Faust 1

    • cfm schrieb:

      Ne, der Vergleich mit dem Kino hinkt doch ganz schön stark. Die Besucherzahlen sind recht konstant und gehen bei weitem nicht so dramatisch nach unten wie beim Musikkonsum (siehe de.statista.com/statistik/date…in-deutschland-seit-1993/). Das Event des Kinogangs ist für viele scheinbar nicht durch das Heimkino zu ersetzen.
      Übrigens: Auch die Kinoflat gibt es in Deutschland. Also in dem Thema hättet du vor dem Posten erstmal recherchieren sollen. ;)

      Dein Beispiel mit dem "Violator"-Song sehe ich auch nicht als beispielhaft. Es gibt halt immer Songs, die man häufig hört und viele, viele andere, die, trotz käuflichen Erwerbs, nur wenig gehört werden. Du hast recht, die Wertschätzung der Musik ist verlorengegangen. Aber ob das als Rechtfertigung für den Preisverfall für Musik dienen darf?

      Man kommt vermutlich kaum um das Anbieten einer Musikflatrate herum, aber eigentlich steht dies im völligen Widerspruch zur Intention hinter der Musik, weil die Persönlichkeit und der Wert und somit die Wertschätzung deselben völlig den Bach runtergeht, weil es mehr um Konsum als um Kunst geht. Qualität wird dann quasi zur Nische, sowohl für den Musikschaffenden als auch den Rezipenten.
      Dem entgegen nur mal als Beispiel folgende Meldung von heute:

      http://meedia.de/2017/12/11/coco-gewinnt-das-schwaechste-deutsche-kino-wochenende-der-vergangenen-25-jahre/ schrieb:

      Der Pixar-Film "Coco" bleibt die Nummer 1 der Kinocharts in Deutschland, den USA und der Welt. In Deutschland reichten 155.000 Besucher für diesen Spitzenplatz. Die zehn erfolgreichsten Filme lockten dabei nur rund 675.000 Leute in die Kinos - so wenige wie an keinem anderen Wochenende der vergangenen 25 Jahre.
      Die meisten Besucherzahlen in Deutschland hatte übrigens Das Dschungelbuch 1966 mit geschätzt 27Mio Zuschauern.
      Danach folgt Titanic (1998) mit 18,8 Mio gefolgt von "Spiel mir das Lied vom Tod" (1969) mit 13Mio und Doktor Schiwago (1966) 12,75Mio
      Auf Rang 100 liegt Golden Eye(95) mit "nur" noch 5,5 Mio Besuchern.

      2016 hatte kein Film mehr als 5,5Mio Besucher und auch 2017 hat es bislang nur "Fack ju Göhte 3" knapp über diese Marke geschafft.
      "Es" hatte den bisweilen meistgeklickten Trailer im Netz, kommt jedoch hier in Deutschland auf nur 3,1Mio Besucher.

      Im Verlgeich zur gelinkten Kinographen sehen die Umsatzzahlen von Sony eigentlich auch relativ stabil aus:


      Mir ist durchaus bewusst das gerade die Filmbranche sich nicht mit ihrem Schicksal begnügt sondern eben den Kinobesuch als solchen auch weiterhin versucht attraktiv zu gestalten. Bequemere Möbel, bessere Technik, 3D Feeling etc. Die größten Gewinne in der Kinobranche werden übrigens nicht aus dem Kartenverkäufen erzielt sondern aus der Gastonomie rund um den Film. Allein vom Kartenverkauf könnte vermutlich kein Kino mehr überleben.
      Wie siehts in der Musikbranche aus? Da bekomme ich ein Album im Pappschuber und ein Booklet ist auch zur Rarität geworden.Die Qualität der Pressungen sind teilweise unterirdisch (Loudnesswar) und im nachhinein beschwert man sich das es kaum noch einer kaufen mag.

      Ich sehe auch die Wertigkeit zwischen Film und Musik deutlich differenzierter, vor allem was auch die Kreativität anbelangt die dahinter steckt und der Aufwand der betrieben werden muss bis man fertig ist. Da entstehen deutlich höhere Kosten für einen Film, da sind deutlich mehr Personen involviert. Mit dem Resultat das von deiner Kinokarte noch c.a. 3 Euro zum Verleiher gehen. Auch gibt es einen deutlichen Unterschied wie man einen Film wahrnimmt oder wie man eben Musik konsumiert. Für einen Film muss man sich die Zeit nehmen, Musik wird eben oftmals nur noch nebenbei wahrgenommen und für etwas was ich nur nebenbei wahrnehme gebe ich auch keine Unsummen aus.

      Ich möchte hier nicht die Arbeit von Musikschaffenden abwerten im Gegenteil, grad was die Langzeitwirkung betrifft. Aber ich werfe trotzdem die Frage in den Raum: Wenn du es als gerecht ansiehst für 90 Minuten Filmwerk dem Verleih 3 Euro zur Verfügung zu stellen wieviel Wert hat dann 5 Minuten reine Musik (5Minuten Filmzeit hätten somit einen Wert von 16 Cent)

      Meiner Meinung nach tendiert das Produkt Musik auch immer weiter Weg von der Definition von Kunst in Richtung der Definition zum Konsumgut bis hin zum Verbrauchsgut.

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von knutistgut ()

    • BigPete85 schrieb:

      Snape schrieb:

      Ein Interessanter Bericht der sich mit dem Thema beschäftigt, verändertes Konsumverhalten in Bezug auf Musik und was ist Musik überhaupt noch wert:

      beat.de/news/freien-fall-musik…mehr-spielt-10072803.html
      besten Dank! Ich dachte nur ich würde das so sehen. Die permanente Verfügbarkeit wird noch ein riesen Problem für die Branche.
      Ja, das sehe ich ja selbst bei mir, ich habe eine riesen CD- und Vinylsammlung aber immer öfter höre ich auch Musik z.B. über Youtube, weil es einfach überall schnell verügbar ist und nichts kostet...

      Gerne kaufe ich auch z.B. limitierte Sondereditionen von Alben, die mir gefallen, aber mir fällt auch hier auf, dass die Auflagen immer kleiner werden und trotzdem ewig erhältlich sind. "Früher" waren bestimmte Boxen bereits vor veröffentlichung Ausverkauft, das passiert fast gar nicht mehr.
      ....Depeche Mode Live since 1987 Köln Sporthalle
    • cfm schrieb:


      Dein Beispiel mit dem "Violator"-Song sehe ich auch nicht als beispielhaft. Es gibt halt immer Songs, die man häufig hört und viele, viele andere, die, trotz käuflichen Erwerbs, nur wenig gehört werden. Du hast recht, die Wertschätzung der Musik ist verlorengegangen. Aber ob das als Rechtfertigung für den Preisverfall für Musik dienen darf?
      Das Beispiel der Violator sollte sinnbildlich für die neue Vermarktungsoption stehen.
      Früher hatte ich ein Album gekauft und einen fixen Betrag bezahlt egal wie oft ich die Titel gehört habe. Das ist bezogen auf selten gehörte Musik ein toller Ansatz bezogen auf viel gehörte Musik reduziert es den Preis pro Hören drastisch.
      Heute in den Streamingportalen läuft die Vermarktung über die Anzahl des Hörens, das mag für selten gehörte Musikstücke relativ schlecht sein, für viel gehörte Musik könnte sich das über längere Zeit jedoch sogar als besser herausstellen. (Fairness im Verteilerschlüssel natürlich vorausgesetzt.)
      Laut Statistiken landeten je nach Vertrag 3-10% der Verkaufpreises eines Albums beim Künstler. Ich hab keine Ahnung mehr was früher ein Album kostete hatte. Gehe ich von heutigen 15 Euro aus bekäme der Künstler auch nur zwischen 0,45€ bis 1,50€. Auf ein Album wie Violator bezogen was mit 9 Songs somit sogar einen recht hohen Preis je Song erzeugt macht das also zwischen 0,05€ und 0,16€ die Depeche Mode von dir für einen Song wie Personal Jesus bekommen würden.
      Selbiges Geld würde (nach VJ seiner Statistik übers Streamen) Depeche Mode bekommen wenn du den jeweiligen Song zwischen 8 und 26 mal gestreamt hast. Und ich glaube bei "Personal Jesus" oder "World in my Eyes" ist das wohl die bessere Option für den Künstler im Vergleich zum einmaligen Albumverkauf oder?

      Meine These ist nicht die Kritik am Streamen oder am Preis fürs Streamen. Meine Kritik geht eher in Richtung der Verteilung der Einkünfte und die war schon immer recht bescheiden. Heutzutage kommt noch der Fakt hinzu das die Musikbranche überschwemmt ist von Konkurrenzprodukten und heutzutage auch untalentierte Leute die Möglichkeit haben etwas zu veröffentlichen und dies auch leider tun. Wo man früher noch Noten und Instrumente lernen musste, reicht heute die Bedienung simpler PC-Programme (Die Qualität des Outputs sei hier nicht Bestandteil der Diskussion da auch trotz schlechter Qualität Alben veröffentlicht werden)
    • Violated Jesus schrieb:

      Ich hab mal was gelesen von 0,68 Cent pro Stream, die mindestens an die Künstler gehen sollen, deren Musik gehört wurde. Den Rest kann man recht gut hochrechnen.

      100 Streams = 0,68 EUR
      1.000 Streams = 6,80 EUR
      10.000 Streams = 68,00 EUR
      100.000 Streams = 680,00 EUR
      1.000.000 Streams = 6.800,00 EUR
      10.000.000 Streams = 68.000,00 EUR
      100.000.000 Streams = 680.000,00 EUR
      Habe gerade etwas gefunden zudem Thema, es scheint wohl so zu sein, das nur ca. die Hälfte ausgezahlt wird:


      Die Einnahmen bei Streams variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise in welchem Land der Song gestreamt wurde und wie relevant dein Künstlerprofil ist.
      Die ungefähre Auszahlung pro 1000 Streams betragen bei:

      Spotify: EUR 3,50
      Deezer: EUR 4,50
      AppleMusic: EUR 5,50
      TIDAL: EUR 8,00
      Dies sind Richtwerte. Sie dienen nur als Anhaltpunkt. Alle Angaben ohne Gewähr.

      Quelle: igroovenext.com/faq
      ....Depeche Mode Live since 1987 Köln Sporthalle